Zu einem richtigen römischen Palazzo gehört ein Portiere, die gute Seele des Hauses. Leider werden sie immer seltener –  umso schöner, wenn es noch einen gibt. Der Portiere meines Palazzos heißt Carlos und ist rund um die Uhr für die Hausbewohner da. Lieblingsplatz: Die Gruft von San Pietro.

 

 

Immer wenn die riesigen, fast zweimannhohen Eingangstüren des Palazzo offen stehen und das Haus schutzlos den Passanten, Kunden und Patienten ausgeliefert sein könnte, gibt es zwei, die aufpassen: Der Portier Carlos und seine Assistentin Lucy. Ein schönes Gefühl, wenn man beim Nachhausekommen freundlich aus der Loge begrüßt wird oder im Notfall einen Ansprechpartner hat. Rohr verstopft, Schlüßel vergessen? Hilfe gibt es rund um die Uhr: Signor Carlos wohnt nur ein paar Türen weiter.

 

Signor Carlos, Sie sind seit neun Jahren Portier in diesem Palazzo. Was machen Sie als Portiere eigentlich so alles?

Ich stehe gegen sieben Uhr auf und mache den Aufzug, die Treppen und vor dem Haus sauber. Wenn alles fertig ist, nehme ich eine Dusche und bin dann ab neun Uhr hier an meinem Platz. Gegen 11 Uhr kommt die Post. Ich nehme die ganze Post, die Päckchen, die Einschreiben, die Nachnahmen, für die Hausbewohner und für die Anwälte, die Büros und Ärzte im Haus entgegen, unterschreibe und bringe sie hin.

Um 13 Uhr gehe ich Mittagessen und ab 16 Uhr bin ich wieder hier bis 19 Uhr. Samstags bis 13 Uhr.

Sie gießen aber im Sommer auch die Pflanzen der Hausbewohner.

Ja, ich nehme dann eine Leiter und wässere die Pflanzen auf den Balkonen, denn wenn sie einen Monat lang nicht gegossen werden, gehen sie ein. Außer mir und in diesem Sommer einem weiteren Bewohner ist im August niemand mehr im Haus.

Auch wenn ein Schloss streikt oder ein Rohr kapputt geht, bin ich da. Es gibt allerdings auch Portiere, die das nicht übernehmen, aber ich mache das gerne. Hier im Haus leben etwa 50 Leute, da gibt es immer etwas zu tun.

Ich achte auch darauf, wer das Haus betritt und frage nach, wer oder was gesucht wird.

Sie wohnen ebenfalls in diesem Haus, sind Sie rund um die Uhr erreichbar?

Ich bin immer über eine Telefonnummer zu erreichen, wenn irgendetwas ist, ruft man mich an. Ich helfe bei Bedarf oder begleite jemanden, wenn es nötig ist. Manchmal geht auch die Alarmanlage in einem der Büros los, dann rufe ich die Polizei.

 

 

Lucy ist Ihre Assistentin und den ganzen Tag bei Ihnen.

Ja, sie ist ein Schoßhund, sie passt aber auf, wenn ich zum Beispiel oben im Haus etwas zu tun habe. Wenn jemand herein kommt, bellt sie, dann komme ich herunter.

Und wenn mal nichts los ist, was machen Sie dann?

Ich habe hier ein Radio und manchmal schaue ich auch die Nachrichten im Fernsehen an.

Wenn Sie nicht arbeiten müssen: Wo gehen Sie am liebsten hin?

Ich gehe am liebsten zum Petersdom und dort steige ich runter zur Gruft von San Pietro.

Meine Frau und ich machen auch gerne Spaziergänge zur Piazza Venezia, wir brauchen da ja immer nur gerade aus zu laufen. Lucy kommt immer gerne mit.

Info zur Gruft des Petersdoms

Unter dem Petersdom liegt eine große Krypta mit Papstgräbern, die aus mehreren Räumen besteht. Man erreicht die Krypta über ein Treppe im Dom, die sich unter der Kuppel vorne rechts befindet. Der Ort wird auch Vatikanische Grotten genannt.

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