Schlechtes Wetter? Macht nichts. Im Moment fällt in Rom eher die Wahl schwer, welche Ausstellung man als erste besuchen möchte. Ob Maurits Cornelis Escher, Henri Cartier-Bresson oder Norman Rockwell: Verpassen möchte man wohl keine.

 

Escher-Ausstellung im Chiostro del Bramante in Rom.

Escher-Ausstellung im Chiostro del Bramante in Rom.

Maurits Cornelis Escher

Schon der Ort der Ausstellung ist einen Besuch wert: Der „Chiostro del Bramante“ ist ein altes Kloster, das gerade frisch renoviert wurde.

Die Ausstellung zeigt die Arbeiten des Holländers Maurits Cornelis Escher, von seinen Anfängen, bis hin zu den Arbeiten, die uns so bekannt sind in ihrer unglaublichen Verwirrung der Sinne. Wo ist der Anfang der Treppe, wo hört sie auf? Vase oder Gesicht? Experimente zum Selber-Ausprobieren machen auch Kindern Spaß. Die mittlerweile in italienischen Museen obligatorische Aufforderung zum Selfie und anschließendem Hochladen fehlt auch hier nicht.

Die Lage des Chiostro: Direkt hinter der Piazza Navona. Das Extra: Ein herrliches Café, das Plätze im Kreuzgang und auch in einem Saal anbietet, der ganz im Stil der 60er Jahre eingerichtet ist. Die Preise sind nicht gerade billig, doch dafür speist man an einem besonderen Ort. Wer nicht so viel ausgeben möchte: Auch für ein Frühstück mit Cappuccino und Cornetto oder für einen Nachmittagstee ist das Café ein wunderbarer Platz.

Achtung: Die Ausstellung ist sowohl bei Touristen als auch bei Römern beliebt, die Schlangen am Wochenende lang. Die Ausstellungsräume sind relativ klein und wenn viel los ist, kann man die Bilder nicht richtig auf sich wirken lassen. Besser ist es vermutlich, an einem Wochentag zu kommen.

Ins Cafè und den Bookshop kommt man auch ohne zu bezahlen!

Wo: Chiostro del Bramante, Via della Pace
Wann: bis 22.2.2015, täglich von 10 -20 Uhr, Sa – So 10 – 21 Uhr, Eintritt normal 13 Euro
Info: chiostrodelbramante.it

 

Norman_Rockwell

Norman Rockwell im Palazzo Sciarra.

Norman Rockwell

Ich muss zugeben, bis gestern kannte ich Norman Rockwell nicht. Dass wir trotzdem die Ausstellung besucht haben, lag an den großen Werbeplakaten, die uns Lust darauf machten, mehr zu sehen.

Jetzt weiß ich: Norman Rockwell ist ein wunderbarer amerikanischer Illustrator mit einem subtilen Humor. 47 Jahre lang – von 1916 bis 1963 – zeichnete er die Cover der „Saturday Evening Post“, die Titel sind nun im Palazzo Sciarra ausgestellt.

Herrlich sind auch die Geschichten hinter den Bildern, deshalb unbedingt den kostenlosen Audioguide an der Kasse mitnehmen! Mit dem Audioguide erfährt man: Norman Rockwell überlies nichts dem Zufall. Die Grundlagen seiner Illustrationen waren Fotos, die er zuvor mit Laien oder professionellen Models anfertigte. Für seine Vorlagen mussten auch seine Söhne herhalten und für manche seiner Laien-Models war die Mitarbeit eine große Herausforderung.

Rockwell setzte sich mit dem amerikanischen (Kleinstadt)Leben auseinander, was nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch sehr zum Nachdenken anregt. Das Bild „The Disvovery“ zum Beispiel zeigt einen Jungen im Schlafzimmer seiner Eltern vor einer Kommode stehend, wo er gerade das Weinachtsmann-Kostüm entdeckt hat. Und damit versteht: Den Weihnachtsmann, den gibt es nicht. Der Gesichtsausdruck des Jungen ist so unglaublich gut getroffen, darin spiegelt sich das dramatische Verstehen, das Ende der kindlichen Naivität. Und irgendwie erinnert man sich weit enfernt an dieses Gefühl …

Später setzte sich Rockwell in seinen Werken stark mit den politischen Ereignissen in den USA auseinander.

Am Ende der Ausstellung kommt man in ein schönes Cafè, das eine gute Gelegenheit bietet, die Ausstellung bei einem Snack oder bei einem Tee mit etwas Gebäck, zu besprechen.

Wo: Fondazione Roma Museo, Palazzo Sciarra, Via Marco Minghetti 22 (Ecke Via del Corso)
Wann: 11.11.2014 – 8.2.2015, Mo 15 – 20 Uhr, Di – Fr +  So 10 – 20 Uhr, Sa 10 – 21 Uhr, Eintritt normal 13 Euro
Info: mostrarockwellroma.it

 

Henri Cartier-Bresson

Die Ausstellung im Ara Pacis mit den Fotos von Henri Cartier-Bresson haben wir noch nicht gesehen, steht aber auf der must-see-Liste.

Die Ausstellung zeigt mehr als 500 Werke, darunter Fotografien, Zeichnungen, Malereien, Filme und Dokumente. Unter anderem Bilder aus Paris nach der Befreiung der Stadt durch die Amerikaner im August 1944 sowie Nachkriegsbilder aus Italien, Deutschland, Polen, Mexiko sowie Bilder von der Beisetzung Gandhis in Indien. 350 der Fotografien sind Orginaldrucke.

Wo: Ara Pacis
Wann: bis 25.1.2015, Di – Mi 9 – 19 Uhr, Do – So 9 – 22 Uhr, Eintritt (nur Ausstellung ohne Ara Pacis) 11 Euro

Das Ara Pacis wurde 2006 eröffnet und ist ein in Rom architektonisch umstrittenes Museum, in dem der Friedensaltar von Augustus zu besichtigen ist. Im Untergeschoss finden regelmäßig interessante Ausstellungen statt.

Info: ara-pacis-museum.com

 

Museo al aria aperta

Wer das Ara Pacis nachmittags besucht, sollte auch vor dem Museum gut hinschauen: Im „Museo al‘ aria aperta“, dem Museum unter freiem Himmel , zeigt der römische Künslter Fausto della Chiaie seine besonderen Werke. In der Regel ist der Künstler anwesend.

Ein Interview mit ihm gibt es hier: Fausto della Chiaie: Ein Picasso zum halben Preis

 

Fotos: Silvia
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