Feenhäuser, Blümchendekor und Fratzen – das „Quartiere Coppedè“ ist ein Wohnviertel wie aus einem Märchen. In den Reiseführern ist nur wenig zu finden, über die Häuser, die der Architekt Gino Coppedè zwischen 1915 und 1926 rund um die Piazza Mincio plante. Das ist schade. Denn für Liebhaber des italienischen Jugendstils und für Romantiker ist der Besuch bereichernd.

 

Jugendstil-Viertel Coppede.

Jugendstil-Viertel Coppedè.

 

Winkel und Bögen, Treppen und Treppchen, Fratzen und Büsten, Säulen und Blüten: In Coppedè, im römischen Stadtteil Trieste, gibt es seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein Wohnviertel, das sich vollkommen von der sonstigen römischen Architektur abhebt.

Wer von der großen lauten Via Regina Margherita kommt, tritt durch einen riesigen Torbogen in dem ein überdimensionaler Kronleuchter hängt, in die Zauberwelt von Coppedè ein. Auf der Piazza Mincio, rund um den „Fontana delle Rane“, dem Froschbrunnen, befinden sich die Jugendstil-Häuser, an denen man immer neue Wunderbarkeiten entdecken kann.

Das Quartiere Coppedè ist im floralen Jugendstil erbaut, den die Italiener Stile Liberty nennen. Der Name geht zurück auf den Kaufmann Arthur Liberty, der als erstes in Italien Stoffe mit den damals neuen floralen Mustern und Ornamenten verkaufte. Der Architekt und Möbeldesigner Gino Coppedè übernahm und entwickelte diesen Stil für das Wohnquartier weiter, deshalb wird er auch Stilo Coppedè genannt.

Coppedè plante und entwickelte im Auftrag der Società Anonima Cooperativa Edifizione Moderna dieses Viertel, und verlor sich auf dem 30.000 Quadratmeter großen Areal in so manchem Detail.

Heute gehört das Quartier zu den teuersten und beliebtesten Wohngegenden in Rom. Viele Botschaften haben sich hier angesiedelt. Im Gegensatz zu anderen Stadtteilen hängen kaum die üblichen „Zu verkaufen“ oder „Zu vermieten“-Schilder an den Hauswänden. Wer hier lebt, will nicht mehr weg. Gut zu verstehen, geht doch ein eigentümlicher Zauber von diesen Straßen rund um den Brunnen aus, der uns einnimmt und entspannt. Es ist, als befänden wir uns in einem Märchenpark. Außerhalb von Zeit und Raum. Nur die Autos, die auch hier überall parken, erinnern daran, dass wir uns mitten in Rom befinden.

Ab und an öffnet sich eine der riesigen Haustüren und wir können es nicht verhindern, dass wir neugierig hineinstarren, um diese Märchenhäuser auch von innen zu sehen.

Am schönsten soll es sein, wenn man zum oder nach dem Sonnenuntergang hier vorbeischaut, dann gehen an den Hauswänden viele kleine Lichter an und die Jugendstillaternen werfen ihr gelbes Licht auf die Besucher.

Wir waren etwas zu früh da, aber wir werden wiederkommen und das Quartiere Coppedè auch in romantischem Licht bewundern.

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Fotos: Silvia
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