Was Wolfram Gündel aus Freiburg vor 32 Jahren in Rom fotografierte, ist heute ein faszinierender Blick in die Vergangenheit. Hier gibt’s die Fotos und ein Interview mit dem Fotografen, der das Straßenleben und das Balzverhalten der Italiener bemerkenswert fand.

Via dei Condotti. 1982.

Via dei Condotti. 1982.

Ob Kleidung, Autos oder Vespas: Sofort sieht man, dass die Fotos aus einer längst vergangenen Zeit stammen. 30 Jahre sind lang – und doch für Rom auch wieder nicht. Doch damals sah man noch keine Italiener (und keine Touristen) mit Handys,  I-Pads oder Hipster-Bärten durch die Straßen ziehen. Dafür gab’s Spitzenhandschuhe, jede Menge Fiat 500 und wadenlange Röcke.

Wolfram Gündel hat die Dias mit seinen schönsten Aufnahmen digitalisieren lassen und nimmt uns mit auf eine Reise in das Rom von 1982.

Wolfram, du warst 1982 für vier Tage mit deiner Frau in Rom. Was hatte dich damals am meisten beeindruckt?

Das Flair in Rom hat mehr Eindruck hinterlassen, als die antiken Sachen. Diese waren natürlich schon sehr beeindruckend, aber einfach nur auf einer Piazza zu sitzen oder bei der großen Schreibmaschine, und nur zu gucken, wie die auf ihren Motorrollern rumfurzen, das ganze „savoir vivre“, einfach das Leben zu sehen, das hat mir gefallen.

Gab es da etwas besonderes zu beobachten?

Zum Beispiel das Balzverhalten der Italiener auf zwei Rädern. Wenn zwei Halbwüchsige um ein Mädel herumfuhren, das fand ich sehr bemerkenswert, weil das sehr italienisch sein muss.

 Welches der Bilder ist dein Lieblingsfoto?

Die Innenaufnahme aus dem Pantheon. Das ist auch eines meiner besten Fotos, die ich je gemacht habe. (In der Bildergalerie Bild 15)

Mit welcher Kamera hast du fotografiert?

Mit einer Canon F1 auf einem Kodak Chrom 25 Film.

Hast du deine Kamera immer dabei?

Aber ja. Ich trage auch heute noch die schwere Kamera mit mir herum und die trage ich gerne. Seit 1975 habe ich meine Fototasche, die ich selbst gemacht habe, für die Kamera plus drei Objektive immer dabei, ich habe sie bis zum Nordcap getragen. Das hat mir nie etwas ausgemacht, im Gegenteil. Wenn man eine ordentliche Kamera in der Hand hat, ist das ein gutes Gefühl.

1982 erzählte man sich doch sicherlich Geschichten, dass man in Rom ausgeraubt wird, wenn man nicht aufpasst. Hattest du keine Angst um deine Kamera?

Krass muss es in den Schlafwagenzügen gewesen sein, da wurden wir darauf hingewiesen, gut abzuschließen. In Rom selbst wurden wir nicht gewarnt und es ist auch nichts passiert.

Dein Lieblingsort in Rom?

Die Piazza Navona, das Flair, der Platz, so etwas geht nur in Italien. Diese Art Leben war sehr beeindruckend.

Bildergalerie – Copyright Wolfgang Gündel

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